Weniger ist besser

By Marcus on 24. Mai 2013 — 2 mins read

Die Idee News und Games zu kombinieren interessiert mich seit einigen Jahren. Ich hab eine eigene Seite dazu aufgesetzt (Newsgaming.de) und noch hier und da (lab) was darüber geschrieben. Mit The Good Evil werden wir uns in nächster Zeit auch vermehrt der Thematik widmen – allein schon als Vorbereitung auf die RTL Summer School zum Thema Newsgames (Programm-PDF).

Schön zu sehen, dass das Konzept in letzter Zeit – mal wieder – ausprobiert wurde. U.a. bei einem Newsgames Hackathon bei der New York Times im April. Schön auch zu sehen, dass man da unter anderem Wearable Devices wie Google Glass aufgreift, um mit News und Games herumzuexperimentieren. Siehe hier.

Was man allerdings sehr schnell feststellt: So richtig super toll ist das alles nicht. Das ist zum einen natürlich dem experimentellen Charakter geschuldet, zum anderen werden hier aber auch Fehler begangen die man aus dem weiten Bereich der im Vergleich schon etwas länger andauernden Serious Games Entwicklung eigentlich kennen müsste.

Ein zentraler Fehler: Die Notwendigkeit von Game Mechaniken unterschätzen und auf Masse, Sound und Optik setzen. Auch die Umsetzung eines schlichten Quiz ist ein bisschen wenig, wenn man sich die inzwischen auch schon mehr als zehnjährige Geschichte der Newsgames anschaut.

Ein weiterer zentraler Fehler: Die Idee „Erklärtext brauchen wir hier jetzt aber auch“. Das Game muss einfach und intuitiv funktionieren, denn sonst wird es in den allermeisten Fällen nicht gespielt werden. Punkt. Damit verbunden Erkenntnisse aus dem Bereich des Game Based Learning. Würde auch jemand der sich gar nicht für das Thema interessiert das Spiel spielen weil es gut ist? Das sollte immer als Leitfrage dienen.

Negativ beantworten muss man das dann meiner Meinung nach leider bei zwei aktuellen Newsgames: The Candidate und NarcoGuerra. In beide Games ist sehr viel Arbeit geflossen. Das sieht man. Leider. Denn das sollte man nicht. Die Screens biegen und brechen ob der graphischen Last. Die genau das ist: Eine Last.

Screenshot NarcoGuerra

Das jeweilig Interface mag gewiefte Freunde des Online-Strategiespiels nicht abschrecken. Ich bin mir allerdings nicht sicher ob die zur zentral angepeilten Zielgruppe gehören. Wer genau gehört eigentlich dazu?
Mich persönlich – als Interessierten – schrecken diese Screens ab. Denn sie sind überfrachtet. Den Spaß konnte ich hier auch nicht entdecken. Der sollte aber da sein. Und sei es der reine Spaß an der Interaktion und dem Feedback des Interfaces.

Das Anfertigen von Newsgames ist und bleibt eine riesige – wenig immersive – Herausforderung. Das Spielen von Newsgames sollte das aber nicht sein. Und statt weiterer Ausführungen über System und Story gibt es hier lieber einen Link zu einer kleinen Spielerei. Einfach so. Ohne direkt erkennbare tiefere Intention usw: Zerschieß die Seite der New York Times….

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