By Marcus on 2. Januar 2012 — 1 min read

Via Johannes Kleske auf das Buch The Information Diet von Clay Johnson gestossen. Johnson hat die Firma Blue State Digital mitgegründet, die Obamas Online Kampagne 2008 konzipiert und umgesetzt hat. Johnson vergleicht die Informationsaufnahme mit der Ernährung und leitet eine neue Herangehensweise für den Medienkonsum ab. 

Ein einleuchtender und bildstarker Gedanke, der bisherige Erkenntnisse (verteiler Medienkonsum am Tag auf diversen Devices) konsequent weiterdenkt. Bei Kleske ein paar Monate früher der Hinweis auf den kleinen Essay Warum Sie keine News konsumieren sollten. Zitat: Heute sind wir im Bezug auf News an dem Punkt, wo wir in Bezug auf FastFood vor zwanzig Jahren standen.

1998 hat Georg Franck das Buch Ökonomie der Aufmerksamkeit geschrieben. Hier beschreibt er – so Wikipedia –  eine Ökonomie der Aufmerksamkeit, die neben der vertrauten Ökonomie des Geldes existiert und mit ihr konkurriert…. Intelligent ist daher nur, wer klug mit ihr umgeht.

Informations-Diät. Klingt wie eine selbstoptimierte das-Maximum-rausholende freudlos geißelnde Fitnessplan-Angelegenheit? Wahrscheinlich funktioniert sie genauso gut schlecht gar nicht wie alle Ernährungsdiäten. Wahrscheinlich stehen in dem Buch schrecklich interessante Sachen. Teil meiner persönlichen Diät wird es trotzdem nicht. Schließlich muss man auswählen. Sorgsam. Das eng begrenzte Gut Aufmerksamkeit. Und so. 

Gestern im Zug aus Berlin. Schnurgerade nach Westen. Viel zu dunkel. Viel zu nass. Nachmittags im Zug. Schnurgerade nach Westen und das Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung ist ein Fest. Joachim Lottmann über Trinken in Wien. Andreas Kilb über Siegfried Kracauers Feuilletons. Und Tobias Rüther über Sherwood Andersons “Winesburg, Ohio”. Sherwood Anderson, 1876 geboren, 1941 gestorben. 

Diejenigen, die die Treppe hinaufgingen, folgten mit ihren Füßen denen vieler, die vor ihnen hinaufgegangen waren.

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