By Marcus on 2. September 2011 — 1 min read

Thus far, 21st-century culture is centered on interaction. Bis November ist im MoMA die Ausstellung “Talk to Me” zu sehen, die mich enttaeuscht hat, obwohl die Internetseite doch so verlockend aussah und der crowdgesourcte Entstehungsprozess, inkl. Blog und Twitter und QR-Codes und allem Drum und Dran ganz gut klang. Wenn man Paola Antonelli, den Senior Curator googelte, dann stand da, dass sie eine der hundert wichigsten Art People laut Art Review ist und das @-Zeichen hat sie auch erworben und so weiter.

Egal. Als Kuratorin hat sie einen schlechten Job gemacht. Finde ich. “I try to collect interesting and inspirational case studies of a particular moment in time”, so wird sie bei Fast Company’s Co.Design zitiert. Das ist gut. Normal. Aber nur ein Teil des Jobs. Den ihr diesmal dann auch die Crowd mit rund 1500 Einreichungen abgenommen hat. Die knapp 200 uebriggebliebenen Exponate sind meiner Ansicht nach allerdings ziemlich wahllos ausgewaehlt und sehr kruden Rubriken untergeordnet worden. Schoen, dass Jason Rohrer mit zwei Spielen vertreten ist. Warum er neben dem riesigen QR-Code im Feld von Bernard Hopfengärtner und diversen Datenvisualisierungen und Ushahidi und diesem und jenem und einer – Haha- Original-Metroticketmaschine in einem knall-orangen Raum steht? Keine Ahnung. Alles sehr modern natuerlich. QR-Codes. Und iPads. Und YouTube. Und so. Genug, damit sich die Rezensentin der NYT ein ganz klein bisschen erregen kann (“Call me a reactionary, but I’m convinced that looking, not scanning or tweeting, is still the primary purpose of a museum visit.”). Genug, um der breiten Masse zu zeigen, was die jungen Damen und Herren (viele Artists und Designer ab Jahrgang 1980) mit Augmented Reality, QR-Codes, Video, Computern, YouTube und Graphikprogrammen so anstellen.

Sauber herausgearbeitet wird hier leider nichts. Eine uebergeordnete Idee, Vision oder Richtung gibt es nicht. Einmal alles. Nicht richtig schlecht. Aber auch nicht gut. Auf der ganz gut gemachten Internetseite gibt es trotzdem viel zu gucken. Vielleicht lohnt sich sogar der Katalog neben dem Computer. Wenn ich das eben aber richtig ueberflogen habe, taucht in dem Essay der Superkuratorin nach dem Begriff GUI (der Zitat in der Computerwelt Benutzung finde) der Begriff NUI nicht auf. Das passt. Interagiert man hier wenn, dann eher auch mit Maus und Joystick. Nebenan im MoMA sind Architekturzeichnungen und Pappmodelle aus dem 20. Jahrhundert. Es ist kalt in den Raeumen. Leise. Und sehr schoen.

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