Thomas Oberender

By Marcus on 10. Juli 2015 — 2 mins read

Betritt ein Mann die Bühne, mit gefaltetem weißen Zettel, den er kurz anblickt, um ihn dann im Verlauf der kommenden 10 Minuten hinter dem Rücken zu verbergen und der Mann beginnt zu sprechen mit gar nicht so lauter Stimme und das Tolle ist, das jeder seiner Sätze nach windigen Ausflügen ins Hierhin und Dorthin nach einiger Zeit zurück in den sicheren Hafen findet, ankert und festmacht und man dann erst merkt wie schön der kleine Ausflug war und was man nicht alles gesehen, gehört, gefühlt und geschmeckt hat während der Mann da auch noch en passant das passende Verb seines Bandwurmsatzes sucht und findet und anwendet.

Wie angenehm jemandem zuzuhören der über ein Thema nachgedacht hat. Der das was er kennt mit dem was er nicht kennt zusammen denkt und zuhören möchte. Inspirierend und selten auf Veranstaltungen auf denen die Allermeisten es dabei belassen genau das zu erzählen was sie gerade so machen oder gedenken zu machen, gefolgt von einem ähnlich gearteten Monolog auf der anderen Seite. Später Dr. Thomas Oberender gegoogelt und einen Text in der Zeit gefunden und den Begriff Intellektueller. Die Idee rasch alles von und über Botho Strauß herauszufinden, um Oberender zu imponieren, nach kurzem Nachdenken verworfen.

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Fast die aktuelle Spex gekauft, dann doch nur den Text über PC Music von Jens Balzer gelesen, befriedigt festgestellt, dass es jetzt einen Text über PC Music im deutschen Sprachraum gibt. Gleichzeitig nicht ganz einverstanden mit allem was da im Text steht, der – wenn ich mich recht erinnere – das Thema mäandernt umkreist und das Phänomen beschreibt, ohne tiefer vorzudringen. Nicht einverstanden mit den Anmerkungen zur fehlenden Körperlichkeit von PC Music. Vor allem nicht nach diesem epischen Video in dem A. G. Cook wie ein trauriger Harlekin im leeren Raum tanzt. Hab den Text aber auch nur rasch im Keller eines Kaufhauses eingesogen. Hätte den mitnehmen sollen um ausführliche Exegese zu betreiben. Oder auch nicht. What for. Eine ganze Menge Bücher angeschaut und natürlich kein einziges gekauft. Alle Erzählungen von Joseph Roth. Zehn Euro.

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Monat drei ohne konstantes Internet. Kein haltbarer Zustand. Im Moment: viel kochen. Zugezogen Maskulin und K.I.Z. anhören und nicht so richtig wissen, was damit anzufangen ist. Ausflug in die sächsische Schweiz, Heidenau. Im Keller der TU Dresden. Im Auto. Zu Fuß. Die Choriner Straße hoch. Eine gute Bäckerei suchen. Haare abgeschnitten. Die Acne Hose.