Nowstalgia

By Marcus on 16. Oktober 2015 — 1 min read

Es ist Donnerstag 18:35 und irgendwo zwischen Gleis 1 und Gleis 2. Bahnhof Bonn. Irgendwo zwischen Klappfahrrädern, Strumpfhosen mit Laufmasche, funktionalem Schuhwerk, Jutebeuteln und Lehrerlederumhängetaschen.

Es ist kalt und regnerisch und umgemütlich. Pendler-Zombies lassen sich die grauen Fratzen vom Schein des mobilen Endgeräts wärmen. Es ist ein kaltes Licht und das was sich alle, wirklich alle alle angucken: Facebook und hier und da Instagram. Wischen sich mit dünnem Finger rauf und runter. Keine wirklichen News. Keine Überraschungen. Kein wirkliches Leben. Als ob es ein Internet drumherum gar nicht geben würde – oder gab?

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Frustration über fehlende Orte, die den Bedarf an sorgsam Zusammengesuchtem adäquat präsentieren, gab es hier in letzter Zeit öfter. Und hier meint auf dieser Seite und in diesem Internet. The Interest Graph I want doesn’t exist / Twitter doesn’t have anything that particularly screams “future!” / The Internet´s Dark Age. „Dann guck halt genauer hin Mann.“ „Ja, okay. Na gut.“ „Nach dem Petra Collins jetzt deutsche Mainstream-Medien erreicht hat, kannst Du dir ja Sandy Candy Kim angucken.“ „Was ist das?“ „Guck einfach.“ „Oke. Danke.“ „Bitte.“

Ich mache ab jetzt bei einem neuen Ding im Internet mit. Es heißt piqd und will eine Art Interest Graph sein. Ausgewählte Leute posten am Tag maximal einen Link und sagen warum der gut ist. Steht und fällt mit den Leuten, ist aber von der Denkweise richtig. Ich bin da in der Abteilung Games. Alles noch beta.

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* Title: The feeling that you are currently experiencing a moment that you will look back fondly about in years to come.
** Pic: Arca