Special Agent Cooper

By Marcus on 16. Januar 2016 — 2 mins read

I have no idea where this will lead us, but I have a definite feeling it will be a place both wonderful and strange.

Als ich gestern einmal durch die halbe Republik raste und die Sonne kurz hinter einem Ort namens Lederhosen aufging und das Lied „Geiles Leben“ von Glasperlenspiel* zum 27. mal im Radio lief, musste ich an diese Dinge hier denken:

Frank Zander in den Gropius Passagen. Ich war im Gegensatz zu all denen die sich bei Facebook höhö-mäßig darüber beömmelt haben, da. Und es gab nichts zu instagrammen und auch sonst nichts zu berichten, weil das so real war und weil ich da eigentlich auch nichts zu suchen hatte.

Sibel Kekilli im Hotel auf Lanzarote. Sitzt auf einmal nebenan. M erkennt sie. Und SK isst Spargel und trinkt Wasser und tippt auf ihrem Telefon rum. Später im Zimmer gucken wir uns dann ihren Instagram-Account an. Ende der Geschichte.

Das erste mal ein Buch von Alain de Botton fertiggelesen. Ist ja so eine Art Posterboy für eine bestimmte Clientel. The News. Auf dem Pressebild sitzt de Botton allein auf einem Doppelbett, neben ihm sind durchdesignte Kuscheltiere. Ich muss an dieses Bild denken. Das Geheimrezept von de Botton – hier jetzt von Marcus Bösch gelüftet: Er zitiert (mindestens) einmal Hegel, schreibt luftig modische Allgemeinplätze auf und erinnert beständig daran, dass wir alle doch sehr oft ziemlich verzweifelt sind. Außerdem glaubt er an Erziehung und das Gute im Menschen. Also ein melancholischer Romantiker mit Esprit und zur Schau gestellter Hoffnung. Den Rest hab ich vergessen. War bestimmt lesenswert.

Eigentlich wollte ich noch was über #Additivism schreiben. Diesen Talk von Morehshin Allahyari & Daniel Rourke kann man sich meiner Ansicht nach auch gewinnbringend anschauen, wenn man sich für 3D-Druck abseits bekannter Pfade interessiert. Allerdings finde ich die Arbeit von Moreshin wesentlich interessanter als dieses etwas vermurkste Manifest, das sich für mich etwas zu sehr nach pseudowildem Gefasel anhört. Ein bisschen sehr viel akademischer Überbau und peinliche weil gerne-groß-radikalinski-mäßig an das Anarchistische Kochbuch anknüpfende Forderungen. Nun ja. Die 1970er kommen ja auch gerade bei Gucci wieder. Hüstel. Also nichts dazu geschrieben, auch wenn der Buzzwordetektor angesprungen ist.

Ich muss jetzt Dschungelcamp gucken. Das Zitat von Special Agent Cooper fand ich bei den Weeknotes von Precious. Immer hilfreich, beruhigend und inspirierend. Das andere auch weitermachen.

*Carolin Niemczyk und Daniel Grunenberg gehörten zuvor beide der Stockacher Kirchenpopband Crazy Flowers an, deren Repertoire von zeitgenössischen Coversongs bis Popmusik mit christlichen Inhalten reichte.