Rethink Reality

By Marcus on 1. März 2015 — 1 min read

Letzte Woche war ich im Keller der Deutschen Welle in Bonn. Es gibt da Stockwerke die U1 und U2 heißen und es gibt MT – die Medientrasse, eine Art halbes Stockwerk unterirdisch dazwischengeschoben. Man kann sich da unter der Erde sehr gut verlaufen, es gibt viele Gänge die alle gleich aussehen, viele Türen und Treppen und alles ist weiß gestrichen und das alles da scheint keiner übergeordneten Logik zu folgen und wenn, dann würde man sie nicht verstehen. Alcatraz, eine unterirdische Hölle, ein Labyrinth in den Himmel, eine Parabel, kein Ausweg und kein Ziel.

Bildschirmfoto 2015-03-01 um 18.13.01Hinter einer der verschlossenen Türen befindet sich ein kleines Lager. Es ist kalt da. Und es liegen lauter Sachen herum die kein Mensch mehr braucht. Bildschirme, Bücher, Drähte, Gerätschaften die alle mal sehr teuer, sehr praktisch und sehr wichtig waren, um mediale Angebote im 20. Jahrhundert zu produzieren. Wenn man da ein bisschen an Knöpfen dreht, Schubladen öffnet und seine eigene immer länger werdende Historie mit in diesen Keller nimmt, spürt man inmitten eines Stapels von CDs die niemand mehr hört und Anleitungen die niemand mehr liest, die Bedeutungslosigkeit des Großen und Ganzen, die Begrenztheit des eigenen Handels und das kann einen beruhigen oder beunruhigen, es sei denn man denkt erst gar nicht drüber nach.

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In 50 Jahren werden sich da Generationen von Tablet-PCs stapeln, Smartphones achtlos in braune Pappkartons gestopft, runtergetragen, abgelegt und abgeschlossen. In einer anderen Kiste werden VR-Brillen liegen. Sehr viele davon, kuriose Konstruktionen aus der Anfangszeit.

Auf der Mobile World Conference 2015 hat HTC gerade eine VR-Brille vorgestellt.