By Marcus on 23. Oktober 2011 — 1 min read

{Rant Modus on}

Ich kann den Begriff Social Media nicht mehr hören. Vielleicht ist das eine Berufskrankheit, vielleicht ist das eine wachsende Sensibilität gegenüber sich gebetsmühlenartig wiederholenden Diskussionen und den immer und immer gleichen leeren Floskeln und breitgetretenen Schlagwörtern. Social Media ist eines davon.

Es handelt sich hier um einen Übergangsbegriff der eine gewisse Funktion hat, weil er ein waberndes Etwas halbwegs greifbar machen kann und weil die Vorsilbe „Social“ so praktisch ist, um eine Unterscheidung deutlich zu machen. Hier der alte Weg (man denke sich hier ein Common Craft-artiges Buuuh). Und hier der neue Weg (hier denke man sich ein Common Crafr-artiges Yeahh). 

Die Unterscheidung zwischen alt und neu geht immer. Hat aber ein beschränktes Frischedatum, weil alles immer weitergeht und das Neue ganz überraschenderweise urplötzlich alt wird.

Um die Kurzatmigkeit des Begriffes herauszustellen, lohnt ein Blick auf eine gängige Definition von Andreas M. Kaplan und Michael Haenlein. Die beiden definieren Social Media (laut Wikipedia) als „eine Gruppe von Internetanwendungen, die auf den technologischen und ideologischen Grundlagen des Web 2.0 aufbauen und die Herstellung und den Austausch von User Generated Content ermöglichen“.

Wow! Die Definition eines Begriffs anhand von zwei weiteren neu eingeführten Begriffen, von denen zumindest einer auch mehr als vage ist.

Die Schwäche des Begriffs Social Media steht meiner Ansicht nach symptomatisch für eine zu kurz und falsch geführte Debatte, die um sich selbst kreisend auf schnelle Komplett-Lösungen und Wunder-Werkzeuge hofft und dabei einem recht schlicht gestalteten Muster folgt: Hier die, die es verstehen. Dort die, die es niemals verstehen werden.

Fehlt dort bisweilen ein Grundverständnis für die tiefgreifenden Veränderungen des digitalen Wandels, herrscht hier die Arroganz des temporär Einäugigen.

Im schlichten Alt/Neu-Diskurs ist derweil offenbar kaum Platz für eine nach vorn gerichtete kritische Evaluation und Analyse, für zukunftsfreudige Experimente und eine Konzentration auf das Wesentliche.

{Rant Modus off}

 

Leave a comment