Postinternet – Zur Flüchtigkeit von Digital- und Netzwerkästhetiken

By Marcus on 17. November 2014 — 2 mins read

An der University of London gibt es Übermorgen eine Veranstaltung auf der Menschen von Vice (VICE are the world’s biggest online youth media company, with 36 offices around the world, a network of over 3,000 journalist and contributors, producing hours of content across a number of online channels that reaches over 130 million young people monthly) über  – Achtung jetzt kommt es – VICE’s unique style of post-internet film-making reden. Post Internet Film-Making.

Während viele händeringend versuchen in das Internet reinzukommen und gerne Internet Film-Making praktizieren würden, klettern die anderen hinten einfach aus dem Laden wieder raus. So zumindest das bemühte Bild. The future is already here — it’s just not very evenly distributed.

An anderer Stelle einen ganz schönen Text über die Flüchtigkeit von Digital- und Netzwerkästhetiken gelesen. Hier lang bitte.

So ist der Topos „Postinternet“, der vor zwei, drei Jahren noch für erheblichen diskursiven Aufruhr sorgte, inzwischen selbst zu einem „terminus non gratus“ geworden.

Nicht weil es keine reale Zeit oder Produktionsära nach dem Internet gibt bzw. eine solche absehbar wäre, erübrigt sich der Term [Postinternet], sondern weil schlichtweg kein Produktionsmodus außerhalb seines Horizonts vorstellbar ist.

Dass eine tragfähigere Begriffsbildung mit dieser Dynamik nicht Schritt halten kann, liegt auf der Hand. Dass es dennoch unentwegt Versuche in dieser Richtung gibt, zeugt vom unverdrossenen Willen, der Entwicklung dennoch irgendwie Herr werden zu wollen.

Musste an ein riesiges Plakat denken, das Guy und mich am Tor der Indira Gandhi Universitätseinfahrt begrüßte. Es wies auf den von uns gehaltenen Workshop hin, der nach zähem Ringen mit der Universität den reichlich dämlichen Titel „Web 2.0 and beyond“ trug. Es hieß man habe bereits einen Web 2.0 Kurs gehabt und es müsse jetzt noch was Neues kommen. The future is already here — it’s just not very evenly distributed.

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Wie viel Zukunft in diesen Videos von Vice steckt, fragte ich mich kürzlich beim Anschauen. Eine ganz okaye Sprecherstimme erzählte was ganz Okayes über eine Nazi-Demo in Köln. Nicht mehr und nicht weniger. Vielleicht hätte man noch über die Beantwortung der W-Fragen diskutieren können. Und auch wenn die Parallelen an den Haaren herbeigezogen sind, musste ich kurz an American Apparel und die erlebte und die bislang gefühlte Historie dieses Labels denken.

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Von der Eröffnung über das Durchsickern über das Auf- und Abebben, das Besuchen und das Nichtbesuchen des Ladens, über die Auswahl der Verkäuferinnen und Verkäufer, über das Personal in New York, in Köln, in Berlin. Das Nachwachsen von Kundschaft, Hype Zyklen, Trends und all so Zeugs. Vice & American Apparel – kann bitte mal ein Kulturwissenschaftler eine schmissige Masterarbeit darüber schreiben?

* Vice Cover 2002 – Alle hier aufgereiht http://www.vice.com/en_uk/pages/magazine-2000
** AA Werbung 2000 – hübsch sortiert nach Jahren hier: http://www.americanapparel.net/advertising/

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