Playboy

By Marcus on 22. September 2016 — 2 mins read

Erst Ali Michael und jetzt Sky Ferreira plus Sandy Kim. Es wird dringend Zeit die US-Version des Playboys zu kaufen. Ja, Playboy. Es wäre mein erstes Mal.


Seit Februar verzichtet der Playboy in den USA auf komplett unbekleidete Frauen. Nicht mehr zeitgemäß. Eine sicher richtige Beurteilung – ohne überhaupt erst eine Diskussion zu beginnen, seit wann wer sich retuschierte Fotos von Frauen in zweifelhafter Inszenierung und Pose anschauen wollte, sollte, könnte oder müsste.

Dazu gab es eine ganze Reihe von Artikeln, die immer mal wieder darin mündeten, dass dieser neue, leicht bekleidete Snapchat-Stil ja vielleicht noch (!) viel schlimmer sei als alles vorher – Zitat „pädophile Bildsprache„. Hätte da gerne eine Diskussion zu gesehen, bei der ein Hologramm von Marilyn Monroe (Centerfold der Erstausgabe Dezember 1953) mit am Tisch sitzt.

Während ich bei Sarah McDaniel die Frauen-als-Objekt-ist-doof-Debatte noch voll nachvollziehen konnte, vielleicht aber auch nur weil ich Sarah McDaniel nicht kenne, fiel mir das bei Ali Michael schon schwerer, auch wenn mir die Fotostrecke aus – Achtung jetzt kommt das Playboy-Adjektiv des Jahrtausends – ästhetischen Gründen, nicht so gefallen hat.

Aber Ali Michael steht nicht gerade im Verdacht ein objektifiziertes Opfer zu sein, eher im Gegenteil. Nach Öffentlichmachung von weight and eating issues etc. Ihre – sehen wir das ruhig auch ein wenig kritisch – „Inszenierung“ auf Instagram, sagt da seit geraumer Zeit was ganz anderes. Das setzt natürlich voraus, dass man diesem Account über längere Zeit folgt und Sachverhalte (Familie, Freunde, Exfreunde, etc.) versteht. Wie immer reicht es nicht, da einmal durchzuscrollen. Wikipedia hilft auch nur wenig, aber zumindest kriegt man einen kleinen Einblick in die „In February 2008, she was sent home from Paris fashion week after being told that „her legs were too plump““-Debatte.

Und jetzt Sky Ferreira. Auch eher unverdächtig ein passives Objekt im Mode/Musik/Irgendwie-Celebrity-Zirkus zu sein. Eher im Gegenteil. Und bald bei Twin Peaks. Und dann sind die Fotos auch noch von Sandy Kim, eine der Fotografinnen, die man sofort angucken muss, wenn man Nan Goldin, Larry Clark und von mir aus irgendwann auch mal Ryan McGinley mag/mochte und trotzdem realisiert, dass es jetzt gerade 2016 ist, das Jahr dem 2017 nachfolgt. Würde gerne wissen wer da beim – wohlgemerkt – US(!)-Playboy in der Redaktion sitzt und diese Entscheidungen trifft. In Deutschland so: Lindenstraßenstars und Wiesn-Playmate. Würde gerne wissen wer 2017 sonst noch so auf dem US-Cover auftaucht, da fehlt mir gerade die Phantasie. Und was hat es eigentlich jetzt genau mit Darkdron auf sich.