Play + Game

By Marcus on 31. Juli 2014 — 2 mins read

Über den Unterschied von Play und Game kann man lange nachdenken und diskutieren. Bo Kampmann Waltheris, Associate Professor at The Department of Media Science, University of Southern Denmark hat 2003 diesen Text Playing and Gaming Reflections and Classifications dazu geschrieben, der gerade noch im Drucker hängt, weil ich das beim besten Willen nicht auf dem Bildschirm lesen mag.

Vielmehr als universitäre Spitzfindigkeiten interessiert mich, wo und wie der Begriff Play in den letzten Monaten auftaucht, was das zu bedeuten hat und welche Schlüsse man daraus ziehen sollte. Irgendwo im Internet zusammengeklaubt dieses Fragment: A game is a bounded, specific way of problem solving. Play is more cosmic and open-ended.

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Mehrere Veranstaltungen die ich gesehen habe, setzen auf eine spielerische Herangehensweise. Und benutzen ganz konkret den Begriff Play oder Playable oder Playful. Zum Beispiel Making The City Playable im September in Bristol. Sehr interessant.

Hier wird eine „Playable City“ als „people-centred counterpoint to the notion of the Smart City“ verstanden. Und weiter: „a gateway to a city where serendipity, hospitality and openness are key. Public narratives around technology-driven cities often feature a fear of isolation, that community and conversation will be rendered extinct.“ Das setzt natürlich voraus, das man mit dem Konzept von so genannten „Smart Cities“ vertraut ist. Um ihnen gleich mal was entgegenzusetzen.

Nicht neu, aber jedes mal für mich erstaunlich, wie weit uns das Vereinigte Königreich in diesen Dingen voraus ist. Um das zu erleben, sollte man die Playful 2014 in London besuchen. Ich hatte die große Freude da letztes Jahr zu sein und diese breite, unaufgeregte Annäherung an diverseste Themen und das Betrachten durch eine gemeinsame große Spiel-Brille hat mich begeistert.

Eine ähnlich spielerische Herangehensweise kürzlich im Victoria and Albert Museum: Ein Paper Wearable Prototyp Abend. Die Idee: Bau Dir Deine eigene tragbare Technologie – aus Papier. Hier ein Flickr-Album. Natürlich gibt es ähnliches dann doch auch in Deutschland. Unter anderem dank Invisible Playground – mit denen wir letztes Jahr als the Good Evil an einem transmedialen Projekt gearbeitet haben.

Zusammen mit anderen hat IP eine Weltmeisterschaft für spielbare Architektur in Witten veranstaltet. In wo? In Witten: 72 hour interactions. Auch mit einem umfangreichen Flickr-Album, inkl. der Abbildung oben und unten ( CC / Lizenz / Lizenz). Nebenan beim WDR: Spielplatz für alle.

Habe bei Hubbub gesehen, dass sie sich nach einer Diskussion dazu entschlossen haben, ihre Tagline wie folgt zu modifizieren:  „design studio for playful products“ – which we think is concise and covers everything.

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Es mag sich dabei von außen betrachtet, um eine nicht sonderlich relevante Frage zu handeln. Aber für das Selbstverständnis und die Ausrichtung auch unseres Game Studios the Good Evil ist das relevant. Und es wird vor dem Hintergrund einer immer noch fruchtlos anhaltende Debatte um den schwierigen Begriff Serious Games noch mal wichtiger, sich hier begrifflich aufzustellen.

Gerade in einem Moment in dem unzählige Wortneuschöpfungen (- man lese sich nur kurz die Jobbeschreibungen hier durch – ) die Sicht vernebeln, ist die kleine aber feine Verschiebung weg von Game hin zu Play angenehm klärend. Ungeklärt derweil noch die Frage einer sinnvollen Berufsbezeichnung. Sehr en vogue gerade der Begriff des Architekten oder des Developers. Auch noch im Rennen Entrepreneur. Jeder dieser Begriffe natürlich versehen mit Cultural, Story, Digital, Content, Crossmedia. Ich weiß es auch nicht Leute.

Und jetzt noch nutzlose Google Trends Gegenüberstellungen.

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