Normcore Now

By Marcus on 17. Dezember 2014 — 2 mins read

Fand einen Satz von Lynn Hershman Leeson ganz schlau. „Ich versuche in der Gegenwart zu leben, weil die meisten Leute in der Vergangenheit leben. Wenn du in der Gegenwart lebst, denken die Leute, du lebst in der Zukunft, weil sie nicht wissen, was in ihrer Zeit passiert.“

Hyper, Hyper

Heute beim Lesen des Textes Post-Internet Art: Normcore in Zeiten des Hyperkapitalismus kurz ein wenig aufgeregt. Und danach versucht herauszufinden woher der bescheuerte Begriff Hyperkapitalismus kommt. Wahrscheinlich von jenseits des Cyberspaces. Hyper, Hyper.

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Dann gab es eben diese Meldung: Normcore is the most Googled fashion trend of 2014. Mit Verweis auf den viel wichtigeren Text von vor 9 Monaten: Everyone’s getting normcore wrong, say its inventors. Hiermit erkläre ich Dazed zum führenden Fachmedium im Bereich Normcore: What does normcore sound like?

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Würde gerne in einem Uni-Vortrag sitzen,  der ausgehend von dem inzwischen abgelegten populärkulturellen Phänomen Carles / Hipster Runoff den Bogen zu Mass Indie schlägt und dann Normcore 2014 noch mal aufrollt. Was machen K-Hole eigentlich jetzt? Schon wieder vorbei?

Post-Internet Art: Normcore in Zeiten des Hyperkapitalismus #NOT

Hier noch mein im Formularfeld auf irights hastig runtergeschriebener Text, inkl. grammatikalischer Fehler und Smiley und allem drum und dran.

Den unter dem Label Post-Internet freiwillig oder unfreiwillig subsumierten Künstlerinnen und Künstlern “Desinteresse an den technologischen Infrastrukturen” vorzuwerfen, greift meiner Ansicht nach zu kurz.

Da reicht ein Blick auf das Werk von James Bridle – dem mit seinem New Aesthetic Sammelsurium ja derzeit auch ständig “Oberfläche” etc. vorgeworfen wird – dabei sind seine Arbeiten und Texte politisch, aktuell und kritisch und brisant. Man muss sie nur lesen / anschauen http://booktwo.org/

Und auch beim genaueren Blick auf die hier ausgestellten Künstler http://post-inter.net/ bleibt – wenn man will – nicht mehr so viel von dem Vorwurf “ein kritisches Hinterfragen der technischen, ökonomischen, politischen und juristischen Infrastrukturen fehlt” übrig.

Normcore en passant als – “hervorgebracht von der Modewelt” einzuführen – ohne Verweis auf K-Hole, greift ein bisschen sehr kurz. Und dann noch eine floskeliges “Hyperkapitalismus” mit dazu: fertig ist die vielleicht ein bisschen sehr schnell zusammengezimmerte Kulturkritik.

Einigen können wir uns aber vielleicht auf folgendes: Neben tropfenden Duschgel-Verpackungen und Post-Internet hin oder her es gibt derweil ja auch immer noch die politischen Arbeiten von Julian Oliver http://julianoliver.com/

PS. Es gibt ein tolles Lied der Band Mutter mit dem Titel “Die Alten hassen die Jungen”. Daran musste ich beim Lesen kurz denken 😉

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