Lucrecia Dalt

By Marcus on 16. September 2013 — 1 min read

Schlafen kann ich schließlich, wenn ich tot bin. Und deswegen sitze ich auf einem sehr schönen Sofa in einem sehr schönen Hotelzimmer und draussen ist es stockdunkel und ein bisschen unheimlich, wie immer wenn man im Finsteren in unmittelbarer Nähe zum Meer weilt. Schlafen kann ich, wenn ich tot bin heißt ein Buch über Rainer Werner Fassbinder. Das „schließlich“ hat Jochen Distelmeyer da reingesetzt. Das weiß ich, weil es diese Liste hier gibt.

Im Flugzeug gab es ein umfassendes Musikangebot. Man konnte, wenn man wollte, alle Nummer Eins Hits der britischen Charts seit 1953 anhören. Schwer bedienbar über ein altertümlich sprödes Touch Interface. Ebenfalls wählen konnte man so genannte essentielle Alben. Eine redaktionelle Auswahl der wichtigsten Pop Alben der vergangenen 40 Jahre.

Nach den üblichen Verdächtigen kamen dann hübsch chronologisch plötzlich noch mehr übliche Verdächtige. Alben die man selber hatte und erst jetzt – irgendwo zwischen Bagdad und Karachi – merkte ich – mal wieder – wie lange das alles her ist. 2004 zum Beispiel. Oder 1997. Sich da im zeitlich-emotionalen Delirium Durchzutouchen war gut. Aber jetzt reicht es auch. Danke sehr. Dieses eng geschnürte Referenz-Korsett treibt mich in den Ruin.

Dank des sehr tollen Internets bin ich gerade auf ein Mix Tape von Lucrecia Dalt gestoßen. Das höre ich jetzt. Und am 24.10. werde ich mir Lucrecia Dalt im Vorporgramm von Julia Holter in der Volksbühne Berlin anschauen und anhören. Vielleicht. Es ist September 2013.

Leave a comment