KK*

By Marcus on 12. Februar 2014 — 2 mins read

In den letzten Wochen noch mal die angenehmen Begleiterscheinungen des an Orten und zwischen den Orten seins. Unchronologisch, unvollständig und vollkommen subjektiv u.a. am Schönhauser Tor, im Haus der Kulturen der Welt, in einer koreanischen Karaoke-Bar, der Volksbühne, im größten Einkaufszentrum Ostfrieslands, Deutsche Sporthochschule, eine Bar über dem Chesters in der Glogauer Straße, eine Werkhalle in Wedding, ein Cafe namens Gipfeltreffen, ein Cafe mit der Nummer Neun, ein geheimer Ort in der Nähe des Tempelhofer Flughafens und das sehr schöne Hotel am Dammtor in Hamburg.

Man kann ja sehr viel in diesem Internet lesen und anschauen, aber es ersetzt nicht den Gang durch eiskalte Dunkelheit, nicht das zufällige Treffen von Freunden und Bekannten in einem sonnendurchfluteten Cafe und im Internet wartet man auch nicht 45 Minuten bis man auf der Transmediale in den Vortrag von James Bridle hereingelassen wird, um dann direkt hinter Bruce Sterling und Aram Bartholl zu sitzen. James Bridle möchte ich bald wieder zuhören. Vorher schaue ich mir aber, wenn mal Zeit ist, dieses Video von Gott Kevin Kelly an.

Alles was darüber im Perlentaucher steht klingt gut: „Wenn Evgeny Morozov den Typus des permanenten Technotrolls verkörpert, der jeden Elan herunterredet, dann ist Kevin Kelly der Typus des permanenten Technovisionärs, der den Fortschritt stets auf dem Weg zum Gutem sieht – und ehrlich gesagt: Er liest sich weit anregender. In Edge antwortet er ausführlich auf eine ganze Menge Fragen und weicht auch der großen, von Sascha Lobo benanntennarzisstischen Kränkung durchs Netz nicht aus. Das Netz will kopieren, sagt Kelly, und das Netz will beobachten. Beides gehört zu seinen innersten Regungen und lässt sich nicht abstellen, also muss man damit arbeiten: „Das ist es, was die NSA und andere Geheimdienste gerade erleben. Sie versuchen, geheim zu sein, aber du kannst nicht geheim sein, denn das Internet will das Zeug kopieren.“ Als Antwort auf Überwachung schlägt Kelly Symmetrie vor. Die NSA solle mit Wikileaks kooperieren. „Wir wollen gegenseitige Beobachtung statt Überwachung. Wir wollen unsere Beobachter beobachten, tracken, wer uns trackt.“ Und der NSA will er sagen: „Ok, du trackst uns, aber du musst Rechenschaft ablegen. Es kann nicht geheim und außerhalb jeder Rechenschaftspflicht stattfinden.““

Ergänzend im Freitag ein zusammenfassender Artikel über Einbruch der Dunkelheit. Leider verpasst, war da letzte Woche bei John Waters. Amerikanisch entertainend. Stand up. Auf eine irre Art bisweilen an Mario Barth erinnernd. Nur halt in einer politisch unkorrekten schwulen Kunst- und Underground-Version. Leute die beim Namedropping verschiedenster Filmtitel anfangen zu klatschen. Die singen vermutlich auch bei Depeche Mode Konzerten mit. Abgebildet oben übrigens Don Carlos. Siehe Freitag-Artikel: „Staatsoberhäupter werden ausspioniert, Freiheitskämpfer als Terroristen denunziert. Kommt einem bekannt vor? Findet sich in Friedrich Schillers Don Karlos; das über 200 Jahre alte Stück ist ein Drama unserer Zeit.“

Und sonst? Einen guten Text von Sebastian Handke über Wes Anderson gelesen. Mit dem gehe ich bald Kaffee trinken. Mit Handke nicht Anderson. Und dann noch bald Snowpiercer sehen und Wes Anderson und Lars von Trier auch. Es ist Mittwoch der 12. Februar 2014. Im Internet geistern sehr viele Reminiszenzen an das aus dem App-Store entfernten Spiels Flappy Bird herum, es gibt Verschwörungstheorien und der Kopf vom Shoshanna aus der Serie Girls wird gerade auf Olympia-Fotos draufmontiert. Stay tuned.

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