By Marcus on 30. Juni 2011 — 1 min read

Ingo Giezendanner hat ein neues Buch bei Nieves. Diesmal malt er das Meer auf dem Weg nach Alexandria. Wenn ich eine Buchbesprechung schreiben würde:

Wir müssen uns Ingo Giezendanner als einen glücklichen Menschen vorstellen. Denn alles was er im Leben braucht ist ein Stift, ein Blatt Papier und einen unverbauten Blick auf Städte, Meere, Stromleitungen und Drahtgitterzäune. Ich stelle mir die Arbeit von ihm ungefähr so vor: 

Das Sonnendeck war leer. Die Planken faltig und obwohl das Schiff ganz offensichtlich fuhr, bewegte sich nichts. Die Luft, das Wasser und der Horizont. Er schob einen Stuhl nach links, setze sich, ruckelte herum, rutschte tiefer, fand eine Position, holte sein Heft, zog die Kappe vom Stift und dann schaute er geradeaus. Er schaute und schaute und schaute nicht wieder weg. Er schaute und schaute bis alles da war. Jedes Detail, jede Regung, jede unscheinbare Unwichtigkeit nicht mehr nur da draussen, sondern spiegelverkehrt auf seiner Netzhaut, seinem Sehnerv, weiter und immer weiter. Der Arm, die Hand und die Stiftspitze. Papier. 

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