Illusionen und Sensationen der Zukunft

By Marcus on 7. September 2017 — 1 min read

Feuilletonistisches Nachdenken über AR. Auch noch nicht so oft gesehen. Plus Valerian und Douglas Coupland.

Das Gebäude der NZZ in Zürich ist sehr schön, viel grauer Beton. Die Oper gegenüber, man kann sich die Sonne auf den Kopf scheinen lassen, wenn man in der Mittagspause rasch zum See spaziert, um dort einen Kaffee zu trinken und dann schlendert man gedankenverloren irgendwann wieder zurück und denkt so dies und das:

Die Stadtlandschaften werden ihre realen Konturen dereinst in fiktiven Vorspiegelungen bespielter Wände und Fassaden verlieren; wobei sich die schillernden Projektionen vermehrt zur Dreidimensionalität aufblähen. Dereinst wird man in den Metropolen die Science-Fiction von Filmen wie «Blade Runner» oder «Ghost In The Shell» wiedererkennen.

Man könne über die echte Stadt Bildmaterial aus der Vergangenheit legen, so dass nun Reisen durch die Geschichte förmlich möglich würden.

Die Traumwelt des Pop tönt und färbt die alltägliche Wirklichkeit. Ist sie demnach eine Art Vorbote der Augmented Reality? Wer eintaucht in die Vielschichtigkeit und den Facettenreichtum der Gegenwart, mag in einen Rausch geraten. Auf alle Fälle kriegt er auch einen Eindruck von den Illusionen und Sensationen der Zukunft.

Schreibt Ueli Bernays dort. Leider – möchte ich langsam aber sicher hinzufügen – dient mal wieder das Hyperreality-Video von Keiichi Matsuda als AR-Blaupause, aber das öffentliche Umkreisen, Kombinieren und eben Nachdenken über AR finde ich gut, auch wenn die ersten Absätze des Textes vielleicht eine doch etwas sehr schweizerische Wirklichkeit beschreiben, eine Wirklichkeit in der Fremde zu allererst Flaneure sind, aber egal. Auch über den Pop-Begriff könnte man sicher streiten. Dafür dann aber ein eingebettetes A$AP Mob Video.

Okay, cool

Gestern abend Valerian im Cinedom. Wo ist der nerdige Artikel der den monströsen VR/AR-Markt im Film, das Funktionieren und Nebeneinander verschiedener Realitäten (ebenda), die Ästhetik des Holodeck-Strandes und noch dies und jenes anhand einer belesenen und mit zahllosem Bildmaterial angereicherten Untersuchung rausarbeitet und freilegt. So und anders: The Politics of the Planet of the Apes.

Dann heute Douglas Coupland und TORSO bei SSENSE: Technological change is accelerating in the rural intermediate. Was für ein aktueller Beobachter Coupland immer noch ist und wie präzise in der Verdichtung und Sloganisierung.