I hate Techno Gimmicks

By Marcus on 15. März 2015 — 1 min read

Auf der Suche nach einer Beschäftigung für einen endlos grauen Sonntagnachmittag auf der Seite des Magazins Monopol gelandet, wo der Zitat *renommierte Kunstkenner Jerry Saltz Zitatende einen Blog bestückt beziehungsweise ein nicht genannter Redakteur bereits auf englisch erschienene Texte von Saltz auf deutsch übersetzt und veröffentlicht. Knechte des Digitalen. Ein langer, informativer Text über die New Museum Triennale, von der ich irgendwo zwar irgendwas aufgeschnappt hatte, was ich dann aber sofort wieder vergessen hatte. Vermutlich, dass Ryan Trecartin einer der Kuratoren ist. *Renommierter Kunstkenner btw ist so ein geiler Begriff aus einer längst vergangenen Zeit. Eat this.

„Viele der hier präsentierten Künstlern stehen für eine Generation, die sich nicht nur mit der Technologie arrangiert hat, mit der sie schließlich von Kindheit an zu tun hatte, sondern auch damit, was es bedeutet, innerhalb eines Systems nach Veränderung zu suchen, nur um festzustellen, dass sich das System schon wieder geschlossen hat. Sie können Information problemlos neu konfigurieren und wollen sich nicht hinter altgediente romantische Begriffe wie Zeitlosigkeit oder Zynismus zurückziehen.“ Das schreibt Saltz und daraus spricht erstmal eine Zugewandtheit die man genau so auch in einem John Hughes Filmintro (Breakfast Club) unterbringen könnte. Ganz anders, als das hysterische Bellen kurz vor, während und nach dem Abklingen des Labels „Post-Internet Art“ im vergangenen Jahr.

Bildschirmfoto 2015-03-15 um 08.22.03Angenehm die Herangehensweise von Lauren Cornell und Trecartin, steht bei Saltz. Keine Techno Gimmicks. Keine dunklen Videoabspielräume. Keine immergleiche akademische Praxis aus „Installation mit ein bisschen Text, dazu nach Möglichkeit Fotografie, Video, Booklets und Klang, sowie gefundene Objekte, die man willkürlich oder penibel in einer Vitrine oder auf einem Regal arrangiert“. Dafür aber kleine Pointen. Den DIS Küchen- und Badezimmer-Block neben dem iPad von Li Liao. Steht im Art Kunstmagazin. Wird noch besser, wenn man sich die begleitende Veranstaltungsreihe anschaut: DIS Talk. Da tauchen u.a. auf: Mike Meiré,  Red Bull Studios (Programming and performances) und COS (Fashion donated) was für ein schöner Kontrast: 45 Tage lang arbeitete Li Liao in 12-Stunden-Schichten, bis er sich ein iPad leisten konnte. An der Wand hängen sein Arbeitskittel und sein Vertrag. Das iPad setzte er auf ein Podest.

Bildschirmfoto 2015-03-15 um 08.47.11

Instagram Juliana Huxtable. Lauren Cornell. Ryan Trecartin. Jerry Saltz.
Angucken First Looks.