By Marcus on 19. Juli 2011 — 1 min read

Finde die mäandernden Gedankengänge von Frank Schirrmacher ja immer unterhaltsam. Diesmal also “Die Revolution der Zeit”. Mit dabei: Ein aktueller amerikanischer Wissenschaftsartikel, eine Begebenheit mit der Kanzlerin, ein in Vergessenheit geratendes Buch eines US-Soziologen plus Geschichtskenntnisse und einer Prise McLuhan. Dazu dann rätselhafte Sätzen wie diesen mengen: Niemand wird mit dem digitalen Freund oder der digitalen Freundin namens Internet je brechen. Fast fertig.

Klingt böse. Ist es aber nicht. Schließlich macht sich hier zumindest jemand Gedanken, verbindet Punkte und denkt munter her und hin. Und ätzt dabei so angenehm gegen Thesenschreiberlinge. Die Idee, dass “Zeitungen und Zeitschriften und die seriösen Nachrichtensendungen” sonnen- und mondgleich als exklusive High-End-Erlebnisse im digitalen Einerlei die biologische Zeit strukturieren, ist als Bild so angenehm überhöht und analog und warm und heimelig. Top. Vielleicht ja sogar im Stadtzentrum, der Agora. “Sie wurden in der Mitte des Stadtplatzes aufgestellt und ersetzten bald die Kirchenglocken als Treffpunkt und Bezugspunkt für die Koordination der komplexen Interaktionen des Stadtlebens.“ Der Turm von Babel muss natürlich auch vorkommen. Weitermachen.

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