Eine schrecklich unglamouröse, profane Gegenwart

By Marcus on 4. Dezember 2013 — 1 min read

Beglückenste Lektüreerfahrung in letzter Zeit. Die Novemberausgabe des New Yorkers im Gehen, Stehen, Sitzen und Liegen gelesen. Am Pool. In Bangkok. Über der Stadt. Im Badezimmer. Dem Sofa. Über implantierte smarte Devices, das selbstfahrende Auto und den YouTube Syrien Analysten. Noch eine beglückende Lektüreempfehlung. Im Zug in den anbrechenden Wintertag, dabei die komplette Literaturbeilage der SZ eingesogen. Foster Wallace, Hemingway und – mal wieder – Waugh. Zitat.

Es ging ihm um den Distinktionsgewinn gegenüber einer Massenkultur. Ähnlich wie im heutigen Feuilleton-Katholizismus sprach aus der Sehnsucht nach festen Formen und Ritualen der Protest gegen eine schrecklich unglamouröse, profane Gegenwart. Evelyn Waugh, der Offizier und Gentleman, war ein reaktionärer Provokateur, der noch die konservativen Tories des Bolschewismus verdächtigte, ein glühender Patriot, selbstmörderischer Frontkämpfer und gusseiserner Familienpatriarch – unerträglich eitel und borniert aus Prinzip.

Apropos Patriot. „Do you love this country?“ wird Alan Rusbriger im Parlament gefragt. Rubridgers Antwort: „I’m slightly surprised to be asked the question but yes, we are patriots and one of the things we are patriotic about is the nature of democracy, the nature of a free press and the fact that one can in this country discuss and report these things.“

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Zwei Dinge auf die ich mich freue und die sich jetzt gerade so angenehm frisch und unberührt anfühlen. Erstens der Film von Gia Coppola, mit einem Soundtrack von Blood Orange, Geschichten von James Franco und einem Titel der Palo Alto lautet. Und die Ankündigung eines neuen Dillon Albums mit Artwork von einem immer noch sehr jungen und sehr begnadetem Graphiker.

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