By Marcus on 24. August 2011 — 1 min read

Das ZDF twittert jetzt von vor Ort. Aus Krisenregionen. In Krisensituationen. Da Twitter so unfassbar transparent ist, kommen dabei Sachen heraus, die viel Rückschluss zulassen. 

“Fernsehen unter besonderen Bedingungen”, twittert Uli Gack da. Und weiter: “Ich und mein Team in Az-Zawiyah”. Ich. Der Esel nennt sich selbst zuerst. Vielleicht eine Lapalie. Fällt aber trotzdem auf. “Bin jetzt außerhalb…Mir war die Lage in der Stadt zu unsicher” – Kein Ding. Das ist okay. Auch wenn die anderen derweil mitten in der Stadt sitzen. 

Nur ob man dann Sachen twittern sollte wie “Die Anzeichen verdichten sich”, “Wir hören, dass” oder ein Kurzinterview mit jemandem, der irgendwann mal im Präsidentenpalast war? Hier offenbart sich ein klassischer deutscher Korrespondentensprech. Der nicht mehr in diese Zeit passt. Zumindest nicht bei Twitter.

Bei Twitter verdichten sich keine Anzeichen. Hier gibt es entweder verbriefte Informationen von Leuten die vor Ort sind und dafür mit ihrem Namen einstehen. Oder es gibt Kuratoren, die von egal wo, nachfragen und Informationen sammeln. Präzise. Mit Quellenangabe. 

Wenn die libyschen Aufständischen via Social Media die Koordinaten von Scharfschützen durchgeben (Channel 4), wenn SkyReporter mit “Apple Mac Pro laptop computer connected to a mini-satellite dish that was charged by a car cigarette lighter socket” live aus Tripolis senden, dann muss vielleicht mehr passieren als das Posten eines – ganz ehrlich – eher gemütlich aussehenden Bildes von außerhalb. Nicht zwangsläufig selbstmörderische Filmaktionen wie bei der Konkurrenz, vielleicht aber zum Beispiel Twitter-Kommunikation auf Augenhöhe. Eine Vernetzung mit internationalen Kollegen, inkl. RTs und Verlinkung. 

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