Comic Journalism 360

By Marcus on 22. Februar 2017 — 4 mins read

Im Moment gibt es eine ganze Reihe von „Wir haben jetzt 360 Video ausprobiert und hier ist was wir gelernt haben“ Artikeln. Sträflich vernachlässigt bislang: Illustrierte, grafische journalistische 360 Grad Formate.

Irgendwann Anfang 2014 stieg der Google Trends Graph für den Begriff „Scrollytelling“ von 0 auf 50 (von 100) und da hoppelt er so herum. 2015 setzt der Spiegel ein Scrollytellingformat um, das Elemente des so genannten Comic Journalism nutzte. Ein aufwendiges Projekt, ausgezeichnet mit dem Grimme Online Award 2015.

Photorealism is not the be-all and end-all

Zwei Jahre später, also jetzt gerade, hat die New York Time mit My trip to DMZ, Elemente des Comic Journalismus, a form of journalism that covers news or non-fiction events using the framework of comics, in 360 Grad-Form veröffentlicht. Illustrationen von Christoph Niemann. Die Kombination aus 360 Grad Zeichnungen und dezent eingesetztem Audio funktioniert sehr gut. Nur: Wie macht man das und wie aufwendig ist es? Und was kann man damit noch machen? Eine Frage im Jahr Eins nach dem großen 360-Video-Hype, vielen Experimenten und Erkenntnissen.


Dazu gleich mehr. Aber erstmal ein Learning der BBC: Photorealism is not the be-all and end-all for creating believable experiences. Nicht unbedingt eine neue Erkenntnis für Game Designer. Animation or stylised computer generated visuals may not be the first port of call for many forms of traditional storytelling, but for immersive experiences they are worth a second thought. We Wait (a story about a family of Syrian refugees trying to cross the Mediterranean) and Easter Rising (about the 1916 uprising in Ireland) both tackled serious topics with a visual style that might not normally be considered appropriate for a typical current affairs or documentary piece. Bedenken die natürlich immer noch da sind und vorsichtig bei Seite gewischt werden sollten.

I decided to try if it is possible to draw animation for VR

Mit dem Thema Illustration und 360 Grad setzen sich einige Leute seit einiger Zeit auseinander. Sie kommen aus ganz unterschiedlichen Ecken und sie kommen zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen. Bei der Kurzrecherche hat mich vor allem die Arbeit von Mantas Tatantas aus dem Jahr 2015 geflasht.

Eine Arbeit aus dem Jahr 2015 und damit ganz schön früh. Hier mehr Hintergrundinfos über das Projekt. Einen ganz anderen Zugang hat die Illustratorin Tessa Schlechtriem. Sie hat eine Zeit lang jede Woche eine 360 Grad Illustration angefertigt: I Draw Panoramic Worlds That Give You A 360 View. Und inzwischen Jobs für u.a. Stabilo. Und eben nicht für Medienunternehmen. Schade.


Neben der konzeptionellen Frage wann, wo und wie man diese Formate einsetzt und natürlich weiterentwickelt, stellt sich die ganz konkrete Frage: Wie mache ich das. Dazu gibt es verschiedene Ansätze. Die sich auch wieder aus verschiedenen Seiten dem Problem nähern. Hier die Variante: Ich spiele an den Metadaten herum: How to make any photo work as a 360 photosphere on Facebook. Hier ein Beispiel. Und interessant neben den Kommentaren auch die Updates: Facebook’s published some extensive documentation for editing 360 photos and injecting metadata, but I think my solutions’s simpler. They also have some templates of their own which are useful.

Unter dem Begriff Panopainting widmet sich Omar Mohamed Ali dem Thema. Bei YouTube bspws. sein Video: Panopainting: how to paint a 360 panoramic with Photoshop and Maya. Im Sommer letztes Jahr hat er die kleine Software PanoPainter 0.1 gelauncht. Derzeit nur für PCs. Im Kommentarbereich des YouTube-Vidoes übrigens eine Schritt für Schritt Anleitung für Photoshop:

1) Get Photoshop 2015.5 installed (Preferably a legal version:)
2) Open a two by one canvas. (Ex: 4000px by 2000px)
3) Go to 3D>New mesh from layer>Mesh preset>Spherical panorama (This will create a panoramic painting out of your canvas)
4) Go to 3D> Paint system> Projection
5) Select your brush (Mixer brush, smudge tool or anything you want to paint with)
6) Paint something awesome! 🙂

P.s. To navigate inside your painting while having your brush selected press `V` and hold it. Pan your canvas and release it where you want to paint. It will go back to your brush, just as you do it with holding `SPACE` while painting on 2D canvas. It might be tricky at the beginning, but once you get used to it. It feels extremely natural.

Und jetzt?

Bin ich gespannt welches Medienunternehmen mit Joe Sacco an der Umsetzung eines avancierten 360 Comic Journalism Projekts arbeitet. Wann es den ersten 360 Comic Journalism Hackathon gibt. Und ob wir es mit unserem kleinen Startup Vragments schaffen, unser webbasiertes CMS so aufzuschrauben, dass man damit auch ganz einfach kleine illustrierte Geschichten, gerne mit Audio, bauen kann. Die Kombination aus WebVR und spannenden, einzigartigen illustrierten Zugängen ist meiner Ansicht nach sehr mächtig, sicherlich „schöner“ als Hunger in LA und hoffentlich bald auch hier zu sehen.

Artikelbild von Tessa Schlechtriem. Kennt jemand noch tolle Beispiele. Bitte gerne eine Mail. Thx! Und by the way „Comic Journalism 360“ ist natürlich ein etwas unglücklicher Begriff und nicht sonderlich splendid, fand 360 Sketchbook aber irgendwie nicht hilfreicher. Gerne auch her mit einem neuen Begriff.