Being modern

By Marcus on 3. März 2017 — 3 mins read

Wie Webseiten jetzt gerade aussehen. Was man machen soll. Und: welche Geschichte die beste ist. Im increasingly real twenty-first century.

Gerade eben bei FB die Ankündigung für den Digital Bauhaus Annual Summit for the Creative Economy in Weimar gesehen. Titel und Thema: Being modern. Seit Jahren möchte ich da mal sehr gerne hinfahren und zuhören und mitmachen. Jedes Mal findet diese Veranstaltung im Sommer statt und jedes Mal habe ich bereits irgendetwas anderes vor. Etwas was sich nicht wirklich verschieben, umplanen oder absagen lässt. Studium der Frau, Geburtstag der jüngsten Tochter, ein reservierter Tisch im angeblich 34. besten Restaurant der Welt, usw.

Die Website der Veranstaltung sieht auch sehr schön aus. Habe heute in einer von mehreren Skype-Gesprächsrunden über eine Skizze für eine neue, ganz andere Website geredet und war noch sensibilisiert für Webseitendesign. Erst heute morgen – schon wieder bei FB – den Link zur neuen Balenciaga-Site von Mirko Borsche gesehen und dann gerade eben durch Zufall die Website der Galerie von Amalia Ulman. Und noch mal, i repeat 1) Balenciaga 2) James Fuentes. Ist das jetzt gerade so ein Ding? Weißraum und schwarze Striche, mal mehr, mal weniger dick oder dünn. Gefällt mir. Make it new. Dazu dann noch Laufschrift mit Text, kurz nachgeschaut wie noch mal das passende Tag hieß {marquee} nebenan bei der sehr „lauten“ Seite von Dandy Diary dann Laufschrift-Emojis. Well. M. sagt die können eh einpacken, weil jetzt gerade ja Marc Goehring usw…

Make it new

Das “Make it new!” ist im akzelerierten Überangebot auch nicht mehr das, was es mal war. I miss my pre-internet brain. Rise and Fall, wehklagt man bei Dandy Diary, um dann die Seite mit dem Comeback des Jahres: Vokuhila aufzumachen. In its fourth year, Digital Bauhaus investigates past, present and future modes of being modern: as aesthetic practice and as structure of feeling, in digital culture as well as in architecture and urbanism, in the arts as well as in fashion, design and food culture. Also werde ich da wieder nicht hinfahren. Ein Jahr später kurz in die Videos reinschauen, die nach den paar wenigen Monaten schon so alt, abgelegt, gestrig und vorbei aussehen ohne die Aura von noch viel älteren Videos, Talks und Talkshowbesuchen bekommen zu haben. Liegen da und warten auf die digitale Patina.

The best story wins

„In this world,” Ulman writes, “where everything is fiction, the best story wins.” Und vielleicht ist beim immer wiederkehrende „Make it new“ auch das „Make it“ entscheidend. Das Beste ist, am Morgen, mit dem ersten Licht, hell zu werden, gegen den unverrückbaren Himmel zu stehen, der ungangbaren Wasser nicht zu achten, und das Schiff über die Wellen zu heben, auf das immerwiederkehrende Sonnenufer zu.

In the early 1990s I was in Los Angeles on a book tour and staying in hotel on the Sunset Strip, a hotel then called the St. James Club – a nineteen-story artdeco pile built in 1929, then recently refurbished with great pretentions to chic.

In 1995 I was working with Wired magazine doing a special issue on the „Future“.

In the late 1980s I ended up in Palm Springs, California, back before its current incarnation as a gay mid-century fantasia.

You have the freedom to do whatever you want, but your actions happen in a vacuum, outside of culture and outside of cultural time.

The days move on. Grapefruits are eaten. Sanka is drunk. Chicken bones are thrown away. The LACMA builds a new weing. Words are spoken. Words are recorded and then they are erased. Occasionally only the fragments survive, only the shards, maybe a few stray words here and there, and maybe that´s all that´s ever really required.

Alles macht weiter.

Douglas Coupland. Shopping in Jail. Ideas, Essays, and Stories for the Increasingly Real Twenty-First Century, Sternberg Press, 2013.

James Fuentes, Amalia Ulman, Dignity March 3–April 2, 2017 Opening reception: Friday, March 3 6-8pm

Digital Bauhaus, Annual Summit for the Creative Economy, June 16-17, Weimar, Being Modern