By Marcus on 12. April 2012 — 1 min read

Auf der Transmediale im Februar 2010 sprechen Bruce Sterling und Siegfried Zielinski über das Phänomen der Atemporalität. Zitat: An die Stelle des Fortschritts tritt die andauernde Modulation aller Ereignisse. Die unterschiedlichen Dimensionen von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft fließen ineinander und bilden einen Zustand der Zeitlosigkeit, denn die mediale, logistische und operative Geschwindigkeit unserer Gesellschaft nimmt ständig zu und bewirkt einen Effekt der Gegenwartsschrumpfung… Wir haben das 20. Jahrhundert verlassen, aber es scheint, als wären wir noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen.

Ebenfalls im Februar 2010 startet LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton mit NOWNESS eine interactive luxury lifestyle website und beweist damit – auch wenn das nicht flächendeckend wahrgenommen wird (#23) –  dass globale Luxusmarken so was von am pluckernden Puls der Zeit sein können. Schließlich dauert es noch gute drei Monate bevor William Gibson in einem Blogposting konstatiert: If you’re fifteen or so, today, I suspect that you inhabit a sort of endless digital Now, a state of atemporality enabled by our increasingly efficient communal prosthetic memory. I also suspect that you don’t know it, because, as anthropologists tell us, one cannot know one’s own culture.

James Bridles NEW AESTHETIC (*) – what ever it is – interpretiere ich jetzt mal als sehr engagierte und bislang inhaltlich recht ziellose/ergebnisoffene Reaktion. Die Bestandteile seiner Tumblr-Sammelleidenschaft (*) kann man in der Tat einzeln genommen und zerlegt auseinanderrupfen (allein schon das Thema Drohnen) bis wenig übrig bleibt oder diskutieren wie weit einen der kleinste gemeinsame Nenner “an eruption of the digital into the physical” bringt. Dann landet man wieder bei Bruce Sterling. Im April 2o12: I left with the conviction that something profound had been touched. Touched, although not yet grasped. (*)

Die reine Beobachtung und Dokumentation (*) des vage umrissenen Phänomens NEW AESTHETIC wird bald langweilig werden. Hoffentlich folgt ein maßgeblicher Debattenbeitrag. Wäre irgendwie schade, das alles auf einem Haufen hastig abgestreifter Memes und angekauter Hypes zu sehen – eingeklemmt irgendwo im großen Haufen hinten zwischen Kony-Video (*) und träge-traurig animiertem Gif – grell flackernd und langsam verschimmelnd. Materialübersicht bei Third Wave (*)

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