By Marcus on 4. April 2011 — 1 min read

Andrew Vigal ist Multimedia Editor bei der New York Times. Er war am Wochenende in Minnesota und hat Fotos davon bei Instagram hochgeladen. Mit ihm in einem Raum der University of Minnesota – mit hässlichem Fussboden und global austauschbarer universitärer Raumausstattung – war auf Einladung von Nora Pauls so ungefähr jeder, der sich im Moment ernsthaft mit dem Thema Newsgames auseinandersetzt.

Dabei sein ohne mitzumachen geht inzwischen irgendwie leidlich mittels Twitter und einem Hashtag #Newsgames. Offenbar gab es da in Minnesota Fokusgruppen, diverse Präsentationen, eine Website, weiteres Bestreben in Richtung einfache Newsgame-Frameworks und immer noch ungeklärte Fragen: Wo kommt das Geld her? Warum wollen journalistische Institutionen uns nicht? Was will die Welt?

Ian Bogost bloggt gestern zum Abschluss über die bislang meist unerquickliche Liaison von Medienunternehmen und Newsgame-Entwicklern und kommt zu dem wenig überraschenden Ergebnis, dass die anderen Schuld sind: The real problem is that newsgames don’t match the routine of media organizations. These routines must be maintained at all costs, not to insure quality or success, but to maintain inertia.

Die von ihm vorher zitierten zwei langen Sätze aus dem neuen Buch von Ivor Southwood “Non-Stop Inertia” klingen zweifelsohne gut und richtig – nur bringen sie natürlich weder das wackelig wachsende Genre Newsgames weiter noch dienen sie einer meiner Ansicht nach dringend nötigen Selbstkritik. Denn – mit Verlaub – weder Salubrious Nation (a game-y look at U.S. health) noch Topic Tiles (a platform for creating and playing issue-based, informative board games) und auch nicht die ganz nette Umsetzung von Hangman RSS sind mehr als nette Spielereien. Alles am Anfang. You just haven´t earned it yet Baby.

Andrew Vigal setzt sich jetzt btw offenbar mit Gamification auseinander. Mal sehen ob da was rauskommt. Sonst noch rauskommen sollte jetzt langsam mal das Newsgame von Le Monde. Deren verantwortlicher Redakteur war auch in Minnesota. Und erzählt, dass die Entwicklung des Spiels offenbar nur durch staatliche Co-Finanzierung möglich war. Ist das ein zukunftstaugliches Zukunfstmodell? Nein.

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