Analog Brain

By Marcus on 17. Januar 2017 — 2 mins read

From Luxembourg to Rome / from Berlin to the moon / from Paris to Lausanne / from Athens to the sun. KW 03, 2017.

Es schneit. Es ist Sonntag vormittag. Ich fahre im überheizten Auto durch die Gegend. C schläft auf der Rückbank. Wir kreisen um den Ostbahnhof. Wenn sie aufwacht, gehen wir da Einkaufen und gucken ob es die aktuelle Ausgabe des Artforum gibt. Noch nie gekauft. Hab jetzt aber auch dieses Sieben Tage in der Kunstwelt (schreckliches Cover) gelesen. Deswegen. Durch Zufall und nur aufgrund von Bildern aus dem Internet entdecke ich das Berghain. Hier ist das also. Drei schwarz vermummte junge Menschen laufen darauf zu. Sie sind gut gekleidet. So sauber. Und ordentlich. Und zurückgenommen modisch. Es ist Sonntag. Hier ist kein Mensch. Es ist vormittag. Ich glaube sie haben gut geschlafen und gut gefrühstückt, sie werden Ohrenstöpsel tragen und den Besuch als soziale Verpflichtung und sportliche Betätigung verstehen. Später werden sie eine Fotoausstellung besuchen, etwas Gehaltvolles kochen und tiefschürfende Gespräche führen. Ich sitze im Auto, fahre zum Ostbahnhof und kaufe dort ein Baguette, Spaghetti und eine sehr schön Packung laktosefreie Milch von Landliebe, die in zartem Violet gehalten ist.

Später dann in einem Flugzeug neben einem viel zu großen Spanier der seinen Körper überall da hat, wo er im Weg ist. Es schneit. Außerdem weht ein eisiger Wind. Aber you have as many hours in the day as Beyoncé. Dieser motivatorische Quatschausdruck im Hintergrund eines bescheuerten Artikelbildes auf einer bescheuerten Internetseite motiviert mich. Ich trinke noch ein Glas Wasser, höre mir ein Blood Orange Konzert an und schaue dabei Fotos von Sandy Kim an, die eine Ausstellung in New York hat. Dann lese ich eine Magazinbeilage mit dem heißen Titel Zukunft der Konrad-Adenauer-Stiftung und vergesse das Dschungelcamp.

Hannah hört mit ihrem Blog auf: Bye blog / hejdå bloggen! I’ts been interesting, but after 1,5 years I’m done. It’s been my third blog and they all have had different purposes and small but dedicated readerships. But it’s strange how they all after a while started to live their own lives until I kind of felt that I wasn’t in control of them anymore – and when the blog starts writing itself it’s time to quit. Thank you for reading and commenting! She lost control. Ergibt sich aus dem Drumherum ein Quasi-Sachzwang der dazu führt, dass man in eine Sackgasse läuft? So wie Maxim Biller im Literarischen Quartett?

Note to self: Die deutsche Vogue kaufen. Was ist da los. Erst Dillon, jetzt Britta Thie.