2016

By Marcus on 1. Dezember 2015 — 2 mins read

Kürzlich auf dem purpurnen Morgenpfad am Rande der Stadt. Ein etwa drei Meter großer stattlicher Pfau verbeugt sich, lächelt und fragt freundlich: Wohin des Weges, junger Herr Galan.

Nach einem kurzen Moment der Irritation ist die Antwort offenbar: Weiter, immer weiter nur. Wohin denn sonst?!

Es ist Dezember. Ein jeder räumt den Schreibtisch, fegt den übrig gebliebenen Aktenberg schwungvoll mit dem Handrücken über den Rand der Tischplatte hinweg, reißt am Kalendarium, öffnet die staubigen Fenster und lässt den frischen, eiskalten Nordwind in die Stube. Es wirbeln die letzten Papiere, die Tür des Studierzimmers fällt krachend ins Schloss. Ein tiefer Atemzug oder zwei, ein fester Schlag auf die Brust und der Blick geht in die Ferne – da wo das neue Jahr hinter dem Berg auf seinen Auftritt wartet. 366 Tage Mann, denkt sich das neue  Jahr. 366. Das ist gar nicht so wenig. Und das ist gar nicht so viel. Ich denke, das kriege ich hin.

Habe kurz überlegt, was ich 2016 so vorhabe. Abgesehen von Urlaub machen, Zeitung lesen und Tennis spielen. Ich brauche immer noch Kunden mit dem Anfangsbuchstaben X und Y, um das Alphabet voll zu bekommen. Und sonst? Ich möchte mir unbedingt noch ein funktionierendes gutes Newsgame ausdenken, einen langen relevanten Text schreiben, an einem VR-Projekt mitarbeiten und noch mehr und anderes im Bereich digitale Konzeption machen.

Die Zusammenarbeit mit einem Museum hat 2015 sehr viel Spaß gemacht. Und die analog-digital Schnittstelle für Games finde ich weiterhin spannend und vielversprechend.Wobei wir mit the Good Evil 2016 auch wieder mehr an eigenem geistigen Eigentum und einer eigenen Marke arbeiten wollen.

je travaille tu travailles il/elle travaille nous travaillons vous travaillez ils/elles travaillent

Hier noch die 1A Max Frisch mäßige Jahresplanvorlage. Gemeinfreie Nutzung. Antworten per Mail erbeten:

  1. Wenn ich mir Kunden wünschen dürfte, dann wären das?
  2. Wenn ich drei Sachen auflisten müsste, die ich ich 2016 machen will, dann wären das?
  3. Ein paar Orte an denen ich 2016 mal sein will?
  4. Wen muss ich 2016 treffen?
  5. Was sollte ich 2016 auf gar keinen Fall tun?
  6. Falls ich es doch tue, was dann?
  7. Und dann?
  8. Wie sieht es eigentlich 2017 aus?
  9. Und sonst so?

Vielleicht sollte ich es mal mit Französisch versuchen. Oder mit Italienisch. Via Perlentaucher: „Heute erzählt die bengalisch-amerikanische Autorin Jhumpa Lahiri in einem sehr schönen Text für den New Yorker, wie sie über Jahre versucht hat, Italienisch zu lernen, bis ihre Sehnsucht so groß wird, dass sie beschließt, nach Italien zu ziehen: ‚Zu Vorbereitung beschließe ich sechs Monate vor der Abreise, nichts mehr auf Englisch zu lesen. Ich schwöre mir, nur noch auf Italienisch zu lesen. So scheint es richtig, ich löse mich von meiner Hauptsprache. Ich betrachte es als einen offiziellen Verzicht. Ich werde zu einer linguistischern Rompilgerin. Ich muss etwas Vertrautes, Wesentliches hinter mir lassen. Keins meiner Bücher scheint auf einmal mehr nützlich. Sie sind alle gewöhnliche Objekte. Der Anker meines schöpferischen Lebens verschwindet, Sterne die mich führten, verblassen. Ich stehe vor einem neuen, leeren Raum.'“

I see before me a new room, empty.